Schwedisches Königshaus – Infos zur Königsfamilie in Schweden

Für Schweden ist Tradition kein Sofa, sondern ein Sprungbrett. Deshalb gehört die schwedische Demokratie zu den stabilsten der Welt. Deshalb gilt das schwedische Königshaus als das modernste und eins der ältesten überhaupt. Eine ununterbrochene Linie von über siebzig namentlich bekannten Königen läßt sich über tausend Jahre verfolgen bis hin zum heutigen schwedischen König Carl XVI. Gustaf. Er hat die Monarchie der heutigen auf Gleichstellung gegründeten Gesellschaft angepaßt. Carl XVI. Gustaf und Königin Silvia sind die bekanntesten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens.

Das schwedische Königshaus

Seit 1982 ist Schloss Drottningholm zum Hauptwohnsitz der schwedischen Königsfamilie geworden. Es liegt auf einer Insel im Mälarsee, dem drittgrößen See Schwedens. Dieses Schloss gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe, und zwar aufgrund zweier besonderer Bauwerke: des “Kina Slott”, des chinesischen Schlösschens, und des Schlosstheaters, das zu den schönsten Barocktheatern zählt.

Außer den Zimmern im südlichen Teil des Hauptgebäudes, die für die Familie reserviert sind, kann die gesamte, vorzüglich erhaltene und gepflegte Schlossanlage – einschließlich Barockgarten und Park nach englischem Vorbild – besichtigt werden. Drottningholm (“Königininsel”) wurde 1580 vom schwedischen König Johan III. für Katharina von Polen erbaut, seine Gemahlin.

Statue Karl XII in Stockholm

Statue Karl XII in Stockholm

Carl XVI. Gustafs Arbeitsplatz befindet sich im Stockholmer Schloss, nur eine Brücke weit entfernt vom schwedischen “Riksdag”, dem Reichstag, den er jedes Jahr offiziell eröffnet. Zu seinen weiteren repräsentativen Aufgaben gehört die Teilnahme an den Feierlichkeiten zum Nationalfeiertag am 6. Juni, der Empfang ausländischer Staatsoberhäupter und die Überreichung des Nobelpreises an die Preisträger.

Außerdem ist er Träger der höchsten militärischen Ränge der Landesverteidigung und hat den Vorsitz im Beirat für Auswärtige Angelegenheiten inne. Zwei bis drei Mal im Jahr lässt er sich von den Mitgliedern der Regierung in sogenannten Staatsratssitzungen über aktuelle Fragen berichten. An den Wochenenden kann auch dieses Schloss besichtigt werden.

Besonders lohnenswert sind Besuche der königlichen Hofstallungen. Sie sind Museum und Arbeitsstätte zugleich, dienen sowohl der Pflege der Pferde und ihres Zaumzeugs als auch dem Erhalt der historischen königlichen Kutschen und Pferdeschlitten. Um 1900 herum wurden hier über hundert Pferde gehalten. Heute sind es noch dreißig.

Ein Teil der Stallungen beherbergt jetzt den königlichen Kfz-Park, vom Oldtime-Daimler Baujahr 1889 bis hin zur modernen Staatskarosse, einem 6 m langen Cadillac Fleetwood für 7 Personen. In diesem Teil des Schlosses finden jeweils Sonnabend/Sonntag um 14 Uhr öffentliche Führungen statt.

Von allen Schlössern am bekanntesten im deutschen Sprachraum ist Schloss Gripsholm, das Kurt Tucholsky in seiner gleichnamigen leichtfüßigen Liebesgeschichte verewigte. Bis heute hat es nichts von seiner Romantik verloren. Das 1537 von König Gustav I. Wasa erbaute burgähnliche Schloss fällt unters schwedische “Reichsinteresse”, vergleichbar unserem Denkmalschutz. Besuch und Besichtigung lohnen sich nicht nur wegen der Schönheit dieses Wasserschlosses und seiner landschaftlichen Umgebung, sondern auch, weil hier die Staatliche Porträtsammlung ausgestellt wird. Mit über 2.000 Gemälden gehört sie zu den größen Porträtsammlungen der Welt.

Die schwedische Königsfamilie

König Carl XVI. Gustaf ist der siebente Monarch aus der Bernadotte-Dynastie und somit französischer Abstammung. Der Begründer des Hauses Bernadotte in Schweden war Karl XIV., bürgerlich Jean Baptiste Bernadotte (1763-1844) und geboren im französischen Pau als fünftes Kind eines Rechtsbeistandes. Nach abgebrochener Ausbildung zum Anwalt trat er 1780 in die Armee ein.

Durch die französische Revolution und seine Beliebtheit bei der Truppe brachte er es zum Marschall und Fürsten von Ponte Corvo. Später heiratete er Desirée Clary, die mit Napoleon verlobt gewesen war. Als der Thronfolger Karls XIII. an einem Schlaganfall starb, gehörte der französische Marschall zu vier für den schwedischen Thron möglichen Kandidaten in Europa und wurde 1818 schwedischer König.

Der vollständige Name des jetzigen Königs Carl XVI. Gustaf lautet Carl Gustaf Folke Hubertus Bernadotte. 1972 lernte er bei den Olympischen Sommerspielen in München die dortige Chef-Hostess Silvia Sommerlath kennen. Sie verlobten sich offiziell am 12. März 1976 und feierten am 19. Juni 1976 in der Stockholmer Domkirche, der Storkyrkan, die Hochzeit zwischen dem adligen Thronfolger und einer Bürgerlichen.

Diese Heirat mit einer Bürgerlichen war für ihn nur möglich, weil Carl Gustaf bereits zum König gekrönt worden war, denn sonst hätte er auf die Thronfolge verzichten müssen. „Dancing Queen“, das Lied der Popgruppe ABBA, erlebte zu Ehren des Brautpaars einen Tag vor der Hochzeit seine Uraufführung im schwedischen Fernsehen.

Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor: Prinz Carl Philip, Kronprinzessin Victoria und Prinzessin Madeleine.

Das Thronfolgegesetz (“Successionsordningen”) stellt den ältesten Bestandteil der schwedischen Verfassung dar. Im Rahmen dieses Gesetzes ist festgelegt bzw. bestimmt, dass die schwedische Königswürde an die Nachkommen des präsent regierenden Monarchen König Carl XVI. Gustaf nach dem Erstgeburtsrecht weitervererbt wird. Dadurch wurde Prinzessin Victoria zur Thronfolgerin.

Homepage des schwedischen Königshauses

schwedische Krone

schwedische Krone

www.kungahuset.se

Diese Seite ist auf Schwedisch, Englisch und Russisch verfügbar, doch bei einem Aufruf über Google lässt sich auch die Übersetzungsfunktion dieser Suchmaschine nutzen. Das Deutsch wirkt dann zwar entsprechend holprig, aber die wichtigsten Informationen lassen sich so einigermaßen problemlos herauslesen. Die Homepage enthält biografische Angaben über die einzelnen Mitglieder der königlichen Familie sowie einen Stammbaum des Hauses Bernadotte.

Außerdem kann der offizielle Terminkalender des Königshauses eingesehen werden und es finden sich ausführliche Beschreibungen und Öffnungszeiten der königlichen Schlösser, Kirchen, Kapellen und Parkanlagen.

Bei einem Besuch in Schweden sollte mindestens ein Tag für diese Besichtigungen reserviert werden. Es lohnt sich!

 
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